2 Minuten Lesezeit · Fachbeitrag

Technische Übersicht – anklicken für eine vergrößerte Darstellung. Je nach Netzbetreiber können sich Ausführungen unterscheiden.

Kurz erklärt

Beim Einblasverfahren wird ein dafür vorgesehenes Glasfaserkabel mithilfe einer Einblasmaschine in ein Mikrorohr eingebracht. Das Gerät kombiniert mechanischen Vorschub mit einem Luftstrom. Wie weit ein Kabel eingeblasen werden kann, hängt nicht nur vom Druck ab, sondern auch von Rohrverlauf, Reibung, Material und Kabel-Rohr-Kombination.

Wie funktioniert es in der Praxis?

Vor dem Einblasen müssen insbesondere Rohrdurchgängigkeit, Dichtheit der Verbindungen und das passende Verhältnis von Rohr- zu Kabeldurchmesser geprüft werden. Herstellerwerte und freigegebene Arbeitsverfahren sind maßgeblich.

Der Ablauf in vier Schritten

  • Mikrorohrstrecke anhand Plan und Sichtprüfung bewerten.
  • Passende Kabel-Rohr-Kombination und Maschinenparameter auswählen.
  • Gerät, Kompressor, Luftversorgung und sicherheitsrelevante Teile kontrollieren.
  • Kabeltransport beobachten und bei ungewöhnlichem Widerstand stoppen.
  • Erreichte Länge und Besonderheiten im Einblasprotokoll festhalten.

Beispiel aus dem Arbeitsalltag

Ein Kabel bleibt nach kurzer Strecke stehen. Der Fehler kann ein geknicktes Rohr oder eine undichte Kupplung sein. Mehr Druck ohne Fehlersuche kann Material beschädigen.

Häufiger Fehler oder wichtiger Hinweis

Druckluft ist kein harmloses Hilfsmittel. Vor dem Lösen von Verbindungen muss der betreffende Bereich drucklos gemacht werden.

Oft gefragt: Ist Einblasen immer schneller als Kabelziehen?

Nicht generell. Es ist für geeignete Mikrorohrsysteme vorteilhaft, die Verfahrenswahl hängt jedoch von Strecke und Materialien ab.

Kabel und Rohr müssen zusammenpassen

Ein kleines Rohr ist nicht automatisch für jedes dünne Glasfaserkabel geeignet. Außen- und Innendurchmesser, Reibungseigenschaften, Rohrverlauf und zulässige Einblaseigenschaften wirken zusammen. Die passende Kombination wird anhand der Unterlagen von Kabel- und Systemhersteller ausgewählt.

Vor dem ersten Meter

Prüfe die Strecke auf Durchgängigkeit und ihre Verbindungen auf Dichtheit. Verschmutzte, schlecht gekoppelte oder geknickte Rohrabschnitte können einen Einblasvorgang früh stoppen. Ebenso wichtig ist der korrekte Aufbau von Trommel, Kompressor und Einblasmaschine.

Wenn das Kabel stoppt

Nicht einfach mit höherem Vorschub oder Luftdruck weiterarbeiten. Zuerst den Widerstand eingrenzen: Rohrkrümmung, Kupplung, Schmutz oder ungeeignete Einblaseinstellungen sind mögliche Ursachen. Der sichere Neustart richtet sich nach dem Verfahren und den Geräteangaben.

Fachliche Quelle: Quelle öffnen ↗

Fachliche Erläuterungen können je nach Betreiber, eingesetzter Technik und Projektbedingungen abweichen.