3 Minuten Lesezeit · Fachbeitrag

Was macht man in diesem Beruf?

Mit horizontalen Spülbohrverfahren lassen sich Leitungen unter Straßen und anderen Hindernissen verlegen, ohne durchgehend einen offenen Graben anzulegen. HDD-Bohrgeräteführer steuern diese Arbeiten. Entscheidend ist, an welchem Netzabschnitt der Einsatz stattfindet und wie viel Verantwortung der Auftrag umfasst. Die genaue Aufgabenverteilung kann sich zwischen Netzbetreiber, Generalunternehmer und Montagebetrieb deutlich unterscheiden.

Aufgaben – konkret statt Schlagworte

  • Bohrplan, Bodeninformationen und Bestandsleitungen mit dem Team durchgehen.
  • Start- und Zielgrube, Bohranlage und Sicherheitsbereich vorbereiten.
  • Pilotbohrung mit geeigneter Ortung führen und den Verlauf überwachen.
  • Je nach Verfahren aufweiten und Schutzrohr oder Leitung kontrolliert einziehen.
  • Bohrparameter, tatsächlichen Verlauf und besondere Ereignisse dokumentieren.

Wie sieht ein typischer Einsatz aus?

Zu Beginn wird der Auftrag mit der vorhandenen Dokumentation abgeglichen. Erst danach folgen die eigentlichen Arbeiten. Nach der Montage beziehungsweise Prüfung müssen Abweichungen nachvollziehbar erfasst werden. Gerade im Glasfaserausbau ist die Dokumentation Teil der Leistung und nicht nur Büroarbeit im Anschluss.

Die Arbeit in diesem Beruf hat ihren eigenen Schwerpunkt. Start- und Zielgrube, Bohranlage und Sicherheitsbereich vorbereiten. Bohrparameter, tatsächlichen Verlauf und besondere Ereignisse dokumentieren.

Geräte, Material und Fachkenntnisse

HDD-Bohranlage, Ortungssystem, Spültechnik, Bohrgestänge und Einzugsausrüstung. Bodenverhältnisse beeinflussen Auswahl und Ausführung erheblich.

Außerdem wichtig: Erfahrung mit Bohrtechnik, sorgfältige Auswertung vorhandener Leitungspläne und hohe Sicherheitsdisziplin.

Ausbildung und Einstieg

Praxis aus Spezialtiefbau und Maschinenführung mit spezifischer HDD-Schulung. Erfahrung in der Bewertung von Leitungsplänen und sicherem Arbeiten ist unverzichtbar.

Ein bestimmtes Gerätezertifikat allein sagt noch wenig über die praktische Erfahrung aus. Welche Nachweise tatsächlich verlangt werden, hängt vom Auftrag und von möglichen gesetzlichen Qualifikationspflichten ab.

Arbeitsorte und Arbeitsbedingungen

Grabenarme Leitungsverlegung im Tiefbau. Spülungsdruck, Zugkräfte, bewegte Maschinenteile, mögliche Fremdleitungen und unerwartete Bodenschichten. Arbeiten gehören in erfahrene Teams mit gesichertem Verfahren.

Qualität und typische Fehler

Ein geplanter Bohrverlauf ist kein Freibrief. Unbekannte oder ungenau verzeichnete Leitungen verlangen zusätzliche Sicherungsmaßnahmen.

Ob eine Arbeit fachgerecht ausgeführt ist, wird an konkreten Projekt- und Abnahmeanforderungen beurteilt. Pauschale Grenzwerte oder Verfahrensvorgaben ohne Kenntnis des Netzes wären unseriös.

Weiterbildung und berufliche Entwicklung

Kolonnenführung oder Spezialtiefbau. Je nach beruflichem Hintergrund bieten sich vertiefende Schulungen in Technik, Sicherheit, Dokumentation und Projektorganisation an. Wer Verantwortung für andere übernimmt, braucht zusätzlich Erfahrung mit Qualitätssicherung und Koordination.

Gehalt und Verdienst

Eine belastbare pauschale Gehaltsangabe ist hier nicht sinnvoll. Region, Tarifbindung, Berufserfahrung, Montageeinsätze, Zuschläge und Verantwortung können die Vergütung stark verändern. Konkrete Zahlen sollten immer anhand aktueller Stellenangebote und nachprüfbarer Entgeltdaten bewertet werden.

Eine häufige Frage aus der Praxis

Warum nicht überall grabenlos bauen?

Geologie, vorhandene Leitungen, Platzbedarf, Genehmigungen und Kosten können das Verfahren ungeeignet machen.

Weiterführendes Fachwissen

Die zugehörigen technischen Themen findest du im Bereich Glasfaser-Wissen. Dort erklären wir Komponenten, Netzebenen, Prüfverfahren und die Zusammenhänge zwischen Montage und Netzbetrieb.

Fachliche Erläuterungen können je nach Betreiber, eingesetzter Technik und Projektbedingungen abweichen.